Auch in Thun gibt es ein dichtes Netz:
- rund 14 Kilometer «Kantonsstrassen»
- rund 83 Kilometer «Gemeindestrassen»
- rund 468 Kilometer «Quartierstrassen»
- zusätzlich rund 290 Kilometer «Quartierstrassen» für die öffentliche Beleuchtung
Warum Leitungen Grenzen haben
Stromleitungen können nicht unbegrenzt Energie transportieren. Jede Leitung hat eine maximale Belastbarkeit. Wird zu viel Strom übertragen, erwärmt sich das Kabel. Wird die Spannung zu hoch, kann die Isolation beschädigt werden. Systeme überwachen das Netz und verhindern Überlastungen. Darum gilt: Es reicht nicht, dass genug Strom vorhanden ist. Er muss auch durch die Leitungen passen.
Ein einfaches Bild hilft. Das Stromnetz funktioniert wie ein Strassennetz. Solange der Verkehr fliesst, läuft alles rund. Wird es zu voll, entsteht Stau. Im Stromnetz ist ein solcher «Stau» nur begrenzt möglich. Bei zu hoher Belastung schaltet sich das Netz automatisch ab.
Warum das Netz ausgebaut wird
Das Stromsystem verändert sich. Früher floss Strom vor allem von grossen Kraftwerken zu den Haushalten. Heute wird er vermehrt vor Ort produziert und ins Netz zurückgespeist.
An sonnigen Wochenenden, wenn Gewerbe und Industrie wenig Strom verbrauchen, zeigt sich das besonders deutlich: Viele Photovoltaikanlagen liefern gleichzeitig Strom. Zusammen mit den regionalen Kraftwerken entsteht zeitweise mehr Energie, als vor Ort benötigt wird. Der Überschuss fliesst ins vorgelagerte Verteilnetz.
Auch wenn Photovoltaikanlagen nur wenige Stunden im Jahr ihre maximale Leistung erreichen, muss das Netz genau dann genügend Kapazität haben. Darum wird das Netz laufend ausgebaut: Leitungen werden verstärkt, damit mehr Strom transportiert werden kann. Anlagen und Stationen werden erweitert.
Der Ausbau hat jedoch Grenzen. Platz, Kosten und Bewilligungsverfahren setzen klare Rahmen.
Was zusätzlich nötig ist: mehr Flexibilität
Ein starkes Netz allein reicht nicht. Produktion und Verbrauch müssen jederzeit im Gleichgewicht sein. Mit mehr Solar- und Windenergie wird die Stromproduktion stärker vom Wetter abhängig. Flexibilitäten werden darum immer wichtiger. Sie helfen, Schwankungen auszugleichen.
Dazu gehören steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen oder Speicher. Sie können Strom dann beziehen, wenn viel Energie vorhanden ist. Und sie können den Stromverbrauch reduzieren, wenn die Netzauslastung hoch ist. So bleibt die Versorgung auch in Zukunft zuverlässig.