Schon am Morgen war klar: Das wird ein heisser Tag. Und ja, manchmal schielten wir etwas neidisch ins Flussbad Schwäbis hinüber. Umso mehr freuten wir uns über alle, die das kühle Nass links liegen liessen und den Weg auf die andere Seite der Aare fanden. Dort gab es zwar keine Abkühlung, dafür einen Blick hinter den Bauzaun. Wo sonst grosse Maschinen am Werk sind, waren an diesem Samstag neugierige Besucher:innen unterwegs. Aus nächster Nähe konnten sie sehen, was direkt an der Aare entsteht.
Freie Bahn für die Fische
Eine Treppe für Fische? Was zunächst etwas ungewöhnlich klingt, hat einen wichtigen Zweck. Fische wandern in der Aare, um Nahrung, Lebensräume und Laichplätze zu erreichen. Die Aarewerke liegen dabei auf ihrem Weg. Eine Fischtreppe half ihnen bereits, dieses Hindernis zu überwinden. Sie entspricht allerdings nicht mehr den heutigen Anforderungen. Nun wird sie durch eine neue ersetzt.
Auf den Führungen wurde sichtbar, wie diese Schritt für Schritt entsteht und wie die Fische künftig die Aarewerke passieren können. Noch geben Beton und Baumaschinen den Ton an. Ab März 2028 gehört die Strecke wieder Äsche, Barbe, Schneider, Groppe und vielleicht sogar dem Lachs.
Energie aus nächster Nähe
Nicht nur draussen gab es etwas zu entdecken. Auch die Turbinenhalle öffnete ihre Türen. Hier konnten die Besucher:innen einen Blick dorthin werfen, wo die Kraft der Aare zu erneuerbarem Strom für die Region wird. Was bei uns aus der Steckdose kommt, beginnt hier mit fliessendem Wasser. Die Aare setzt die Turbinen in Bewegung. Generatoren machen daraus Strom. So wird aus Wasserkraft Energie für unseren Alltag.
Damit die Energie zuverlässig fliesst und Projekte wie die neue Fischtreppe vorankommen, braucht es aber mehr als Wasser und Technik: Menschen, die mit anpacken. Gemeinsam mit der Frutiger AG zeigten wir deshalb auch, wer hinter der Arbeit steckt und welche beruflichen Möglichkeiten es bei uns gibt. Interessierte konnten sich über Berufe informieren, Fragen stellen und direkt mit den Mitarbeitenden ins Gespräch kommen.
Fingerspitzengefühl gefragt
Draussen hiess es derweil: selbst Hand anlegen. Am Bagger stellten grosse und kleine Baustellenfans ihr Geschick unter Beweis. Was bei den Profis kinderleicht aussieht, verlangte am Steuer plötzlich doch etwas Fingerspitzengefühl.
Die jüngsten Baumeister:innen übernahmen im Sandkasten das Kommando. Mit den kleinen Baumaschinen wurde fleissig gebaggert, geschaufelt und gebaut.
Wer lieber die Beine hochlegte, stieg in die Energie Thun-Rikscha. Sie drehte ihre Runden durch die Stadt und sorgte bei den sommerlichen Temperaturen für eine willkommene Portion Fahrtwind.
Und weil so viel Entdecken hungrig macht, servierte thefoodstory aus Thun feine Spezialitäten. So blieb auch Zeit für eine Pause und eine Stärkung.
Bauzaun zu, Eindrücke bleiben
Um 16.00 Uhr schloss sich der Bauzaun wieder. Rund 1’000 Besucher:innen hatten die Gelegenheit genutzt, hinter die Kulissen der Baustelle zu schauen. Im Gepäck: hoffentlich viele neue Eindrücke und spannende Einblicke.
Wir danken allen Besucher:innen und Beteiligten für diesen besonderen Tag. Nun übernehmen wieder die Bauprofis und bringen die neue Fischtreppe Schritt für Schritt voran. Bis es 2028 wieder heisst: freie Bahn für die Fische.
Bildnachweis: Ramon Lehmann
